ESD, Therapiebegleithund oder Assistenzhund – wo liegt der Unterschied?

Begriffe wie Emotional Support Dog, Therapiehund oder Assistenzhund werden häufig vermischt oder gleichgesetzt.

Dabei unterscheiden sich diese Formen der Mensch-Hund-Arbeit grundlegend – in Zielsetzung, Ausbildung, rechtlichem Status und Verantwortung.

Diese Seite soll Klarheit schaffen und helfen, realistische Erwartungen zu entwickeln.

Emotional Support Dog (ESD)


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Ein Emotional Support Dog ist ein Hund, der seinem Halter durch seine Anwesenheit emotionalen Halt geben kann.

Diese Wirkung entsteht aus der Beziehung – nicht aus einer spezifischen Ausbildung.

Wesentliche Merkmale:

  • keine gesetzliche Definition
  • keine verbindlichen Ausbildungsstandards
  • keine Abschlussprüfung
  • kein rechtlicher Sonderstatus
  • keine Zutrittsrechte

Ein Emotional Support Dog ist kein Assistenzhund und kein Therapiebegleithund.

Therapiebegleithund

Ein Therapiebegleithund arbeitet gemeinsam mit einer fachlich qualifizierten Bezugsperson im Rahmen tiergestützter Interventionen.

Der Fokus liegt auf dem Nutzen für Dritte, nicht auf dem Halter selbst.

Wesentliche Merkmale:

  • strukturierte Ausbildung von Mensch und Hund
  • Einsatz im pädagogischen, therapeutischen oder sozialen Kontext
  • Arbeit mit wechselnden Klienten
  • keine individuellen Assistenzleistungen für den Halter
  • kein allgemeines Zutrittsrecht, sondern einrichtungsbezogene Genehmigungen durch das Veterinäramt

Der Hund ist Arbeitsmittel im professionellen Setting, nicht persönliche Unterstützung im Alltag.

Der Assistenzhund

Ein Assistenzhund ist ein speziell ausgebildeter Hund, der eine Person mit Behinderung dauerhaft und individuell im Alltag unterstützt.

Die Ausbildung und Anerkennung erfolgt gemäß der Assistenzhundeverordnung.

Wesentliche Merkmale:

  • klar definierte Assistenzleistungen
  • strukturierte Ausbildung mit überprüfbaren Standards
  • Teamprüfung von Mensch und Hund
  • rechtlich geregelter Sonderstatus
  • Zutrittsrechte zu öffentlichen Einrichtungen

Assistenzhunde übernehmen konkrete Aufgaben, die die Behinderung unmittelbar kompensieren.

Direkter Vergleich

Merkmal

Emotional Support Dog

Therapiebegleithund

Assistenzhund

Zielgruppe

Halter selbst

Dritte (Klienten / Patienten)

Halter mit Behinderung

Ausbildung

nicht geregelt

tlw. geregelt

gesetzlich geregelt

Abschlussprüfung

nein


ja


ja

Assistenzleistungen

nein

nein


ja


Zutrittsrechte


nein

nein

ja

rechtlicher Status

keiner

keiner


gesetzlich definiert


Unsere Empfehlung

Wer überlegt, einen Hund als Unterstützung im Alltag einzusetzen, sollte sich vorab ehrlich fragen:

  • Welche Unterstützung brauche ich konkret?
  • Geht es um emotionale Stabilität oder funktionale Assistenz?
  • Welche Verantwortung kann ich dauerhaft tragen?

Eine fachliche Beratung hilft, Fehlentscheidungen zu vermeiden – für Mensch und Hund.

Nicht jeder Hund ist ein Assistenzhund.
Nicht jede emotionale Unterstützung braucht ein Label.

Eine klare Einordnung schützt vor falschen Erwartungen und ist die Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Hund.


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